Kapitän Liam und der verlorene Mond
Liam schnallte seinen silbernen Helm fest und drückte den großen blauen Knopf. Die Rakete summte, dann brüllte sie und schoss dann wie ein Delphin aus dem Meer von der Startrampe. Hoch, hoch, hoch flog er, bis der Himmel von Blau zu Lila zu Schwarz wurde, mit Diamanten bestreut.
„Willkommen im Weltraum, Kapitän Liam“, zwitscherte eine freundliche Stimme. Es war Beep, sein kleiner Roboter-Co-Pilot, dessen Kopf in sieben Farben blinkte.
Ihre Mission heute war es, einen winzigen verlorenen Mond zurück zum Saturn zu bringen. Der Mond, nicht größer als ein Strandball, saß in einem Glasgefäß und hüpfte sanft. „Keine Sorge, Mooney“, flüsterte Liam, „wir bringen dich nach Hause.“
Sie segelten am Mars vorbei, der mit einer staubig roten Hand winkte, und wichen einer Parade von Kometen aus, die lange, glitzernde Schweife wie Bänder auf einer Geburtstagsparty hinterließen. Aber in der Nähe des Jupiters piepte die Rakete traurig. Der Treibstoff war fast verbraucht.
„Denk nach, denk nach“, sagte Liam. Er erinnerte sich an die Worte seiner Lehrerin: Sterne spenden Energie. Er steuerte vorsichtig nahe an einen kleinen hellen Stern und breitete die Solarflügel der Rakete aus. Whoosh! Die Flügel tranken das Sternenlicht und die Rakete sang wieder ins Leben.
Am Saturn drehten sich die Ringe wie ein riesiges leuchtendes Karussell. Liam öffnete das Glas, und Mooney schwebte heraus, wirbelnd vor Freude. Die anderen Monde jubelten mit winzigen Silberstimmen, und Saturns Ringe leuchteten ein wenig heller.
Auf dem Heimweg machte Beep heißen Kakao, der in perfekten Blasen durch die Kabine schwebte. Liam fing einen mit der Zunge und lachte. Der Weltraum war riesig und ein wenig beängstigend, aber mit einem klugen Plan und einem gütigen Herzen fühlte sich selbst der größte Himmel genau richtig an.
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